Die antizionistische Mythologie der Linken

Von Robert S. Wistrich

Robert S. Wistrich war Professor für moderne europäische und jüdische Geschichte an derRobert S. Wistrich Hebräischen Universität in Jerusalem. Er stand dort dem internationalen Institut zur Erforschung des Antisemitismus vor und war Forschungsprofessor am Shalem Center in Jerusalem. Zu seinen Büchern zählen u.a.: Hitler’s Apocalypse (St. Martin’s Press, 1986), Anti-Semitism: The Longest Hatred (Pantheon, 1991), und Hitler and the Holocaust (Modern Library, 2001). Zu seinen Arbeitsschwerpunkten der letzten Jahre gehören Themen wie „Europe and the Muslim war against the Jews“ und „From Ambivalence to Betrayal. The Left, the Jews and Israel“.

Im Mai 2015 hielt er einen Vortrag bei der Konferenz „Combatting Global Antisemitism“ in Jerusalem. Wenige Tage später starb er in Rom. Seinen posthum erschienen Aufsatz „The Anti-Zionist Mythology oft he Left“ (Israel Journal of Foreign Affairs July 2015) veröffenlichen wir hier in deutscher Übersetzung ab. *

Sozialistische und marxistische Opposition gegen den Zionismus hat es gegeben, seit diese moderne politische Bewegung von Theodor Herzl 1897 ins Leben gerufen wurde. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde jüdischer Nationalismus, wenn überhaupt, stärker von Juden (zumindest außerhalb Palästinas) als von Nichtjuden kritisiert. Zu den jüdischen Gegnern des Zionismus dieser Zeit zählte ein Großteil des liberalen Gemeindeestablishments der westlichen Länder, auf Assimilation bedachte Juden, religiöse Reformer und die meisten der herausragenden „orthodoxen“ und „ultra-orthodoxen“ Rabbiner in Russland und Osteuropa. Bei den säkularen Linken waren es der „Bund“ (die führende jüdische Arbeiterorganisation im zaristischen Russland) und später die Kommunisten, die vehement gegen den Zionismus als eine utopische, reaktionäre, „kleinbürgerliche“ Bewegung opponierten. Der Zionismus wurde im besten Fall als eine unerwünschte Ablenkung vom Klassenkampf und der proletarischen Revolution empfunden. Führende deutsche marxistische Theoretiker wie Karl Kautsky sahen ihn als mitschuldig am Anstieg des Antisemitismus an. Kautsky beschuldigte den Zionismus sogar, dem historischen Fortschritt Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Obwohl einige europäische Sozialdemokraten in den 1920er Jahren begannen, sich für den sozialistischen Pioniereifer der zionistischen Arbeiterbewegung in Palästina zu erwärmen, blieben andere mehr der Vorkriegslinie des Antizionismus verhaftet. Sie erwarteten wie Kautsky im Jahr 1921, dass das zionistische Experiment unweigerlich zusammenbrechen wird, sobald die anglo-französische Herrschaft im Nahen Osten beendet ist.[1]

Juden, die in der frühen Geschichte der vielen sozialistischen und kommunistischen Parteien eine bemerkenswert prominente Rolle spielten, gehörten von Anfang an zu den Kritikern, die den Zionismus am lautesten schmähten. Austro-marxistische Führer von Otto Bauer bis Bruno Kreisky, revolutionäre Bolschewiki von Leo Trotzki bis hin zu seinem britischen Nachkriegsbewunderer Tony Cliff und amerikanischen linken Gurus wie Noam Chomsky und Norman Finkelstein – alle jüdischer Herkunft – haben in der Regel den Zionismus als Sackgasse abgetan. Jüdische Stalinisten wie der Österreicher Otto Heller haben bereits in den frühen 1930er Jahren „den endgültigen und unwiderruflichen Bankrott“ des auf Palästina fokussierten „jüdischen Traums“ vorhergesagt, wobei sie frohgemut verkündeten, dass die kollektive jüdische Zukunft in der Besiedlung sibirischer Wälder und des unterbevölkerten sowjetischen fernen Ostens lag.[2] Die „jüdische Frage“, prognostizierte Heller 1931, würde in der UdSSR – in Birobidschan, Sibirien oder auf der Krim – und nicht in Jerusalem gelöst werden. In den 1930er Jahren waren die meisten Kommunisten überzeugt, dass der Zionismus ein historischer Fehler ist, ein Ding der Unmöglichkeit, eine völlig anachronistischen Form des Nationalismus, die als Teil des unvermeidlichen Untergangs des Weltkapitalismus auch zum Niedergang verurteilt wäre – zusammen mit dem Judentum selbst. Diese deterministischen Annahmen – gänzlich widerlegt durch die Geschichte – folgten weitgehend dem bereits im Jahr 1844 vom jungen Karl Marx entworfenen Fahrplan, der das Verschwinden der Juden in einer post-kapitalistischen Gesellschaft skizzierte.[3]

Der Nazi-Massenmord an den europäischen Juden ein Jahrhundert später stellte eine wahrhaft makabre Glosse der gescheiterten Prognosen von Marx dar. Dennoch führte das zu keiner grundlegenden Revision der sozialistischen Dogmen bezüglich der fünfzig Jahre vorher angesagten wünschenswertesten Lösung der „Judenfrage“. Es stimmt: Josef Stalin hatte die Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 unterstützt, und zwar in erster Linie um dazu beizutragen, dass der britische Einfluss aus dem Nahen Osten verschwindet. Zur gleichen Zeit hat dies den allmächtigen kommunistischen Diktator der Sowjetunion nicht daran gehindert, einen bösartig antisemitischen und „antizionistischen“ Schauprozess – die Slánský –Affäre in Prag – oder den ebenso monströsen Ärzteprozess zu orchestrieren, in dem jüdische Ärzte angeklagt und gefoltert wurden, weil sie angeblich versucht hätten, die oberste sowjetische Führung zu vergiften.[4] Stalin, der Pate des Post-Shoah-Antisemitismus in seiner kommunistischen Gestalt, dürfte den Boden für die Massenvertreibung der sowjetischen Juden nach Sibirien und Kasachstan am Vorabend seines Todes im März 1953 bereitet haben. Seine Stigmatisierung des Zionismus als einer „fünften Kolonne“ für den amerikanischen und britischen Imperialismus trug viel dazu bei, kommunistische und nichtkommunistische linke Haltungen gegenüber dem jüdischen Staat in der Post-Shoah-Ära zu infizieren.

Maxime Rodinson, Ex- Mitglied der Französischen Kommunistischen Partei, der Stalins vollkommen konstruierte Anklagen gegen die jüdischen Ärzte im Jahr 1952 verteidigt hatte, war einer der gelehrteren unter den vielen marxistischen Kritikern des neuen Staates Israel im Westen. Rodinson, ein bekannter Arabist, dessen zugewanderte Eltern als überzeugte Kommunisten in Auschwitz umgekommen waren, bestand in seinem einflussreichen, erstmals 1967 veröffentlichten Essay, darauf, dass Israel ein „kolonialer Siedlerstaat“ wäre. Von allem Anfang an soll Israel angeblich dem europäisch-amerikanischen Expansionsmuster gefolgt sein.[5] Rodinson behauptet, dass entsprechend anderen Formen der Kolonialherrschaft der Zionismus einen Großteil der „einheimischen“ Palästinenser vertrieben habe – im Namen von, wie er es sah, völlig falschen historischen Rechten. Wie andere antizionistische Kritiker beschönigte Rodinson jedoch die Tatsache, dass die meisten jüdischen Siedler aus weniger entwickelten Gebieten wie Osteuropa (und später dem Nahen Osten) stammten, in starkem Kontrast zu den weißen Kolonisten in den britischen, spanischen oder französischen Imperien, die aus fortgeschritteneren Gesellschaften kamen, das Land eroberten und schnell die indigenen Gemeinschaften auslöschten oder ihrer Herrschaft unterstellten. Dies geschah zwar in Nord- und Südamerika, Australien, Neuseeland, Teilen des südlichen Afrika und im französischen Algerien, aber nicht in Palästina. Im Gegensatz zu dem von der pro-palästinensischen radikalen Linken bis heute propagierten Mythos kamen Juden, die zum britischen Mandatsgebiet Palästina gelangten, offensichtlich nicht, um die palästinensisch-arabische „Nation“ zu zerstören oder zu verdrängen. Allerdings haben die jüdische Präsenz und die daraus resultierenden Wirtschaftsprojekte zweifellos eine Modernisierung beschleunigt, durch die sich Palästina in ein Land verwandelte, das beträchtliche arabische Einwanderung anzog. Im Jahr 1922 lebten nur 186.000 Araber in dem Gebiet, das schließlich ein Vierteljahrhundert später Israel werden sollte. Im gesamten britischen Mandatsgebiet der frühen 1920er Jahren gab es 600.000 Araber; ihre Zahl stieg bis 1940 auf weit über eine Million. Das ist kaum ein Beispiel für koloniale Enteignung der „einheimischen“ Bevölkerung. Die meisten palästinensischen Araber waren in jenen Jahren entweder Einwanderer aus benachbarten arabischen Ländern oder Nachkommen von Einwanderern, die seit dem späten neunzehnten Jahrhundert angekommen waren. Nicht nur waren sie nicht palästinensische „Eingeborene“, vielmehr gab es auch zur Zeit der Balfour-Deklaration kein klares oder ausgeprägtes Konzept von einer palästinensischen arabischen Nation. Das linke Narrativ hat vor allem seit 1967 immer wieder solche unbequemen Realitäten verdrängt, um sie durch ideologische Fiktionen zu ersetzen.

Der Sechs-Tage-Krieg von 1967 war zweifellos ein Wendepunkt in der Einstellung gegenüber Israel für viele der liberalen und demokratischen Linken in den westlichen Ländern. Eine der langfristigen Folgen davon war, dass sich in den Augen der Widersacher und Kritiker der jüdische Staat in einen erobernden „Besetzer“ von arabischem Land wandelte. Das seit der Shoah ungeschriebene Tabu des offenen Antisemitismus  begann zu erodieren.[6] Es kam nun eine viel härtere antiisraelische Rhetorik auf, und zwar sowohl auf rechter wie linker Seite als auch bei einigen prominenten Politikern und Staatsmännern. Präsident Charles de Gaulles berüchtigte „Predigt an die Hebräer“ auf seiner Pressekonferenz im November 1967 in Paris, in der er sich auf Israel und die Juden bezog als „ein elitäres Volk, beherrschend und seiner selbst sicher“, war ein wichtiger Eckpunkt in dieser seismischen Verschiebung.[7] Auch radikale „Progressive“ begannen ihren lang gehegten Verdacht über den jüdischen Nationalismus und die Juden im Allgemeinen in Richtung eines zunehmend aggressiven und schmähenden Antizionismus zu lenken.[8] Während der 1970er Jahre musste Israel feststellen, dass es zusammen genannt wurde mit so weithin verabscheuten Apartheid-Regimen wie Südafrika und Rhodesien oder mit den diktatorischen und repressiven Militärjuntas in Chile oder Argentinien. Auch seine Politik wurde als die eines „weißen“ kolonialistischen Siedlerstaats gebrandmarkt. Der Zionismus wurde von nun an als eine besonders bösartige, rassistische Ideologie und als Partner des amerikanischen Imperialismus im Nahen Osten verunglimpft. [9]

Für diejenigen, die den Zionismus verurteilen, ist am Exodus der meisten Menschen der palästinensisch arabischen Bevölkerung im ersten arabisch-israelischen Krieg von 1948 der hegemoniale Politikstil schuld, den die Juden aus Europa importiert hätten. Das Ziel der zionistischen Ideologie ist nach Meinung dieses pro-palästinensischen Narrativs als Rassentrennung von Juden und Nicht-Juden umdefiniert worden. Zionismus wurde nun als eine in sich isolationistische und segregationistische Ideologie betrachtet, die von dem Erstarken und sogar der Ermutigung des Antisemitismus abhängig war, um ihre Ziele umzusetzen.[10] Der Wunsch Israels, ein „jüdischer“ Staat zu sein, wurde als a-priori rassistisch beurteilt. Das Rückkehrgesetz wurde wegen der Gewährung der Rechte der israelischen Staatsbürgerschaft an Juden, die aus der Diaspora einwandern, besonders vehement als durch und durch diskriminierend angegriffen. Es wurde auch behauptet, dass die israelischen Araber und orientalischen Juden [Mizrahim] unter dem institutionalisierten Rassismus innerhalb der israelischen Gesellschaft litten. Schließlich wiesen linke Antizionisten – unter ihnen auch Juden – auf den sogenannten „theokratischen“ Charakter des israelischen Staates hin, der besondere Privilegien für Juden anbiete und angeblich die Integration von Israel in die arabische Welt obstruiert. Doch das israelische Gemeinwesen ist offensichtlich säkularer als jedes seiner arabischen Nachbarn, welche selten, wenn überhaupt, von der Linken für ihren islamischen und exklusivistischen Charakter kritisiert werden. Solche doppelten Standards haben den Antizionismus seit der Gründung Israels gekennzeichnet.

Es ist wichtig zu erkennen, dass verzerrte Bilder von Israel sich von offensichtlichen Eigentümlichkeiten des europäischen Antisemitismus herleiten. Die Vorstellung, der Zionismus strebe rassistische Hegemonie oder Herrschaft über Nichtjuden an, reproduziert eine klassische Trope der antijüdischen Propaganda. Das Konzept einer „auserwählten Rasse“ ist eine typisch antisemitische Vorstellung, nicht eine jüdische. Der Glaube, dass die Juden Menschenfeinde und endemisch feindlich gegenüber dem Rest der Menschheit sind, ist ein weiterer alter Mythos mit Wurzeln in der klassischen Antike.

Schon vor 1945 wurde die Dämonologie des Juden mit islamistischen und nationalistischen arabischen Angriffen auf die Legitimität des Zionismus fusioniert. Diese wurden von rabiaten antisemitischen Demagogen wie dem berüchtigten Palästinenserführer und Mufti von Jerusalem Haj Amin el Husseini angeführt.[11] Der heute erneut eskalierende Antizionismus belebt auf kollektiver Ebene und in der internationalen Arena die gleichen diskriminierenden Prinzipien des traditionellen Antisemitismus wieder, die historisch gesehen in der europäischen christlichen Gesellschaft die Juden als Fremdkörper brabmarkten. Es ist auch daran zu erinnern, dass Juden vor und nach der rechtlichen Emanzipation in Europa im neunzehnten Jahrhundert von Antisemiten als „orientalische“ oder „semi-asiatische“ Hybride in der westlichen Kultur verunglimpft wurden. Sie galten als kulturell und biologisch nicht assimilierbar. Dazu gibt es eine Parallele im heutigen Nahen Osten, wo Zionisten auch von Arabern immer als Eindringlinge dargestellt werden, die nicht in das herrschende Bezugssystem des muslimischen Mittleren Osten integriert werden könnten.[12] Die Juden, die ihre nationale Emanzipation durch Israel und die zionistische Bewegung erreichten, finden sich als „europäische“ kolonialistische Eindringlinge etikettiert, und zwar trotz der Tatsache, dass mindestens die Hälfte der israelischen Bevölkerung ihren Ursprung im Nahen Osten hat und historisch mehr „indigen“ in der Levante (einschließlich Palästina) und dem Maghreb ist als die arabischen Eroberer, die sich erst im siebten Jahrhundert der Zeitrechnung in der Region der arabischen Halbinsel ausbreiteten.

Diese Tatsache hat den vorherrschenden Mythos, dass der Zionismus im Gegensatz zum arabischen Nationalismus ein fremder Import in den Nahen Osten und der Essenz nach „rassistisch“ und durchweg antiarabisch ist, nicht daran gehindert, an Zugkraft zu gewinnen. Tatsächlich hat der Zionismus historisch gesehen wenig Interesse an der Rasse als Faktor für die Entwicklung von Charakter und Ethos der israelischen Gesellschaft gezeigt. Im Gegensatz zu den in der Regel „weißen“ kolonialen Gesellschaften wie den Vereinigten Staaten, Südafrika, Rhodesien, Argentinien, Australien oder Neuseeland war weder Rasse noch Farbe in Israel von großer Bedeutung als Indikator des sozialen oder politischen Status; auch gab es keine Notwendigkeit, Rasse als Legitimationsideologie – wie im tiefen Süden Amerikas – zu benutzen, um „importierte“ Sklaven auszubeuten. Es kamen im Gegenteil viele moderne zionistische Pioniere aus Osteuropa nach Palästina, um ihre eigene Arbeiterklasse zu schaffen. Sie waren, wenn überhaupt, nur selten von mystischen Lehren der Rassenreinheit (eine typische antisemitische Obsession) angezogen. Und sie glaubten gewiss nicht an eine Hierarchie von „superioren“ und „inferioren“ Rassen. Solche Lehren setzen die Annahme von unveränderlichen erblichen Unterschieden zwischen verschiedenen Rassen oder den Glauben an Kräfte des „Bluts“ voraus. Das war dem Judentum und dem Mainstream-Zionismus schon immer fremd – trotz der unzähligen verzerrten und manipulativen antisemitischen Behauptungen des Gegenteils.[13]

Weit davon entfernt, sich auf „Rasse“ zu berufen, entstand die zionistische Bewegung zum Teil als politische Antwort auf den rassistischen, nationalistischen und religiösen Antisemitismus, der durch zutiefst reaktionäre Kräfte in europäischen und nahöstlichen Gesellschaften geschaffen wurde. Insbesondere war der europäische rassistische Antisemitismus eine wichtige Kraft, die Juden beflügelte, ihren eigenen Weg in Richtung Autoemanzipation zu suchen. Er war der entscheidende Faktor, der auch mehr akkulturierte säkulare Juden wie Pinsker, Herzl und Nordau zum Zionismus brachte. Ihre Suche nach einem Heilmittel gegen den Antisemitismus konnte sich auch auf viele ältere biblische Visionen der Erlösung stützen, die alle zionistischen Gruppen – säkulare und religiöse – mit dem Land Israel verbanden.[14]

Fünfzig Jahre nach seiner Gründung unterzog sich der politische Zionismus selbst einer weiteren Metamorphose. In den 1940er Jahren wurde er der erste erfolgreiche antikoloniale Befreiungskampf gegen das britische Imperium im Nahen Osten. Es war Großbritanniens Verrat an der Balfour-Deklaration und seine unnachgiebige Weigerung, Holocaust-Überlebenden zu gestatten, sich in der nationalen jüdischen Heimstätte nach 1945 niederzulassen, die den bewaffneten jüdischen Aufstand auslöste. In der Tat entwickelte sich um 1945 der Zionismus zu einem der Pioniere der Nachkriegs-Entkolonialisierung und der Befreiung der unterdrückten Völker in der Dritten Welt. Darüber hinaus war die wachsende Akzeptanz des Zionismus als herrschende Ideologie im jüdischen Leben nach 1945 alles andere als zufällig. Zionismus spiegelte die bittere Realität der jüdischen Befindlichkeit nach der Shoah wider. Im Jahr 1945 waren Juden wirklich eine heimatlose Nation in Europa, dem Kontinent, der ein riesiger Friedhof des jüdischen Volkes geworden war. Mehr noch: rund um das Mittelmeer gab es fast eine Million Juden im Nahen Osten, die vor der Situation standen, aus einer zunehmend unwirtlich gewordenen arabischen Welt ausgestoßen zu werden. Nicht nur die moderne anti-zionistische Linke, sondern auch viele Liberale ignorieren heute diese entscheidenden Tatsachen. Sie sind taub geworden gegenüber der langen Geschichte der Judenverfolgung und scheinen in ihrer Darstellung der Ursprünge und der Entwicklung des Zionismus unter einer intellektuellen Alzheimer-Erkrankung zu leiden.

In diesem Zusammenhang ist das Interview Fidel Castros mit Jeffrey Goldberg von The Atlantic Monthly, das erst vor ein paar Jahren erschien, aufschlussreich. Der alternde Ex-Diktator kritisierte scharf den damaligen Präsidenten des Iran, Mahmud Ahmadinedschad, wegen dessen Leugnung des Holocaust und riet ihm (und anderen seines Schlages), die „einzigartige Geschichte des Antisemitismus“ anzuerkennen, wenn sie der Sache des Friedens dienen wollten. „Die iranische Regierung“, so Castro, sollte „die Folgen von zweitausend Jahren theologischen Antisemitismus“ verstehen. „Die Israelis hätten reichlich Grund, um ihre Existenz zu fürchten“. Castro hat hinzugefügt:

Ich glaube, niemand wurde mehr als die Juden verleumdet. Ich würde sagen, sie wurden weit mehr als die Muslime verunglimpft, weil sie für alles beschuldigt und verleumdet wurden. Niemand spricht die Muslime für alles schuldig.[15]

Castro fuhr fort die Menschen daran zu erinnern, dass die Juden „aus ihrem Land vertrieben, in der ganzen Welt verfolgt und misshandelt wurden als diejenigen, die Gott getötet hätten.“ Ihre Existenz war ihnen viel schwerer gemacht worden als die der anderen, doch „ihre Kultur und Religion hielten sie als eine Nation zusammen.“[16] Es würde nichts in den Annalen des menschlichen Leidens geben, betonte Castro, das vergleichbar mit dem Holocaust ist. Er unterstrich auch, dass Israel ein eindeutiges Recht hat zu existieren.[17] Castro, ein langjähriger Verbündeter von Yassir Arafat und der kommunistischen Welt, überraschte viele mit diesen Worten des Tadels. Schon vierzig Jahre zuvor hatte er bereits die PLO kritisiert wegen des Fehlers, nicht zwischen Revolution und Völkermord zu unterscheiden. In der Tat hatte die Fatah sich stets für die Zerstörung Israels eingesetzt. Zum Beispiel erklärte Yassir Arafat am 16. Dezember 1980 in Caracas unverblümt: „Wir werden nie aufhören, bis wir wieder nach Hause gehen können und Israel zerstört ist … Das Ziel unseres Kampfes ist das Ende Israels, und es kann keine Kompromisse oder Schlichtungen geben. Wir wollen nicht den Frieden; wir wollen den Sieg. Frieden bedeutet für uns die Zerstörung Israels und nichts anderes“.[18]

Solche Erklärungen der Fatah waren an der Tagesordnung, aber sie haben damals nicht den Schlaf der linken oder westlichen „humanistischen“ Intellektuellen gestört, noch tun sie es heute. Die antizionistische Linke hatte nie irgendein Problem mit der Dämonisierung des Zionismus, mit der Verleumdung Israels als Staat, der ethnische Säuberung betreiben würde, oder mit den Drohungen der Ausrottung des jüdischen Staates durch die Ayatollahs in Teheran und andere islamistische Radikale. Ähnliches gilt vom zeitgenössischen „liberalen“ Mainstream im Westen, unter denen sich viele prominente Intellektuelle finden, die jede Besorgtheit wegen Antisemitismus als bloße „Panikmache“ oder das Ausspielen der „zionistischen Karte“ verhöhnen.

Bereits in seiner Nationalcharta von 1974 hatten Arafats Fatah-Bewegung und die PLO als Ganzes die Beseitigung des „rassistischen“ Staates Israel als zentrales Ziel verkündet. Artikel 22 der Palästinensischen Nationalcharta verurteilte den Zionismus als „rassistische und fanatische Bewegung seiner Natur nach“ [und als] „aggressiv, expansionistisch und kolonialistisch in seinen Zielen, als faschistisch und nazistisch seinen Mitteln nach“. Artikel 20 machte deutlich, dass Israel als eine Nicht-Nation angesehen werden muss und jüdischer Nationalismus immer ein falsches, künstliches und reaktionäres Phänomen war.[19] In Anlehnung an tiefverwurzelte antizionistische Dogmen behauptete Artikel 20, dass „das Judentum in seinem Charakter als Religion keine Nationalität mit unabhängiger Existenz ist.“[20]

Es besteht kein Zweifel, dass die PLO letztlich eine Umwandlung Israels in ein arabisches Palästina ins Auge gefasst hat, in dem der Islam der vorherrschende Glaube ist und nur palästinensische Araber nationale Rechte besitzen.21

Artikel 1 der Palästinensischen Nationalcharta stellt klar fest, dass „Palästina das Heimatland des palästinensisch-arabischen Volkes und ein integraler Bestandteil des großen arabischen Heimatlandes und das Volk Palästina ein Teil der arabischen Nation ist“.22 Diese exklusivistisch-nationalistische Vision von Fatah und der PLO wurde nie endgültig verworfen. Solche unbequemen Fakten werden systematisch ignoriert von liberalen und westlichen linken Kommentatoren, die hartnäckig den palästinensischen Nationalismus als eine „progressive“ Widerstandsbewegung darstellen, die aufrichtig eine „Zwei-Staaten-Lösung“ für die Palästina-Frage anstrebt.

Diese Taschenspielertricks sind umso bemerkenswerter angesichts der vollständigen Ablehnung jeden jüdischen Rechts auf nationale Selbstbestimmung in Israel, wie es durch die palästinensische Hamas exemplifiziert wird. Der unnachgiebige „Antizionismus“ dieser mächtigen islamischen „Widerstands“-Bewegung steht ausdrücklich in der „Heiligen“ Charta der Hamas von 1988, welche ein ganz und gar antisemitisches, sowie dschihadistisch-fundamentalistisches Dokument ist. Hamas, der palästinensische Ableger der durch und durch antijüdischen ägyptischen Muslimbruderschaft, ist von Anfang an mit einer durchwegs toxischen Ideologie des Judenhasses durchtränkt, basierend auf den paranoiden Verschwörungstheorien, die in den Protokollen der Weisen von Zionenthalten sind.23 Obwohl die westliche Linke die Protokolle nicht unterstützt, hat sie sich doch glühend eine sanftere Version zueigen gemacht, die Israel als Hauptsymbol der Übel des Weltimperialismus kennzeichnet. Insbesondere stellt die radikale anti-zionistische Linke Israel des Öfteren als das Produkt einer teuflischen kriminellen Verschwörung dar, deren Dimensionen global sind.24 Dem antisemitische Narrativ von Hamas wurde ein Heiligenschein der Achtbarkeit von jenen westlichen Intellektuellen verliehen, die fortwährend Israel im Namen des eigenen hochselektiven Menschenrechts-Credos anprangern. Schon eine flüchtige Vertrautheit mit dem Ausweis einer Weigerung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), das Recht auf politischen Dissens zu tolerieren, oder mit Hamas’ grausamer Unterdrückung religiöser Minderheiten, von Frauen, Homosexuellen oder Nicht-Muslimen generell, sollte ausgereicht haben, um den hohlen Charakter solcher Menschenrechtsrhetorik aufzudecken.

Im Kern der antizionistischen Weltsicht, für die Islamisten, Linke und viele fehlgeleitete westlichen Liberale Partei ergreifen, liegt eine erheblich verzerrte Wahrnehmung von Israel als dem letzten westlichen kolonialistischen Projekt. Zu den eher eklatanten blinden Flecken gehört die vorsätzliche Weigerung, sich der Realität der „ethnischen Säuberung“ von Juden aus arabischen Ländern im Nahen Osten nach 1945 zu stellen. Am Ende des Zweiten Weltkrieges gab es fast eine Million Juden in muslimischen Ländern, viele von ihnen waren in Nordafrika konzentriert.25 Als Ergebnis der arabischen Verfolgung, der Pogrome und Drangsalierungen wurde ein Großteil dieser Juden des Mittleren Osten aus ihren Häusern vertrieben und suchte Zuflucht im neu geschaffenen Staat Israel. Dort waren sie endlich in der Lage, zum ersten Mal als Kollektiv die vollen politischen Rechte und die Aussicht auf eine sozioökonomische Mobilität zu genießen. Seit vielen Jahrhunderten waren die sogenannten „orientalischen“ Juden aus Marokko, Tunesien, Libyen, Ägypten, Jemen, Syrien, Libanon, Irak und Iran tief im Nahen Osten verwurzelt. Dort waren jüdische Siedlungen schon lange vor dem Aufkommen der arabischen Eindringlinge aus der Wüste vorhanden. Genau das Gleiche gilt für das Land Israel. Auch diese Tatsache ist vorsätzlich unterdrückt oder marginalisiert worden von linken und pro-palästinensischen Ideologen, die kontinuierlich Zionismus als eine westliche proimperialistische Bewegung stigmatisieren. Das ermöglicht es den Palästinensern und ihren Verbündeten, Israel als „Fremdkörper“ im Nahen Osten pervertiert darzustellen – eine Behauptung, die selbst nach Antisemitismus riecht. Gleichzeitig bleibt die westliche Linke erstaunlich gleichgültig gegenüber der endemischen Intoleranz der sunnitisch-muslimisch arabischen Mehrheiten, nicht nur mit Blick auf Juden, sondern auch gerichtet gegen nahöstliche Christen, Schiiten, Kurden, Jesiden, Bahai und andere Minderheiten. Tatsächlich hat der „christliche“ Westen insgesamt wenig Interesse, wie es scheint, an dem Völkermord, der vor unseren Augen von Islamisten gegen die ältesten christlichen Gemeinschaften im Irak, Syrien und der Levante verübt wird. Die barbarischen Gräueltaten des ISIL (Islamischer Staat), die Kreuzigungen, Enthauptungen und Hinrichtungen von „Ungläubigen“ (andere Muslime eingeschlossen), sind keineswegs außergewöhnlich in der blutbeflecken Geschichte des Islam. Doch weckt das minimale Empörung oder Protest im Vergleich zu den erfundenen „Verbrechen Israels“.

Trotz der Beweise gibt es noch viele Beobachter und Kritiker, die sich weigern, die Realität der antisemitischen Leidenschaft innerhalb der Linken zu glauben. In Wahrheit hat es sie seit der Geburt des europäischen Sozialismus in den 1830er und 40er Jahren gegeben. Aber ihr Wiedererwachen wurde beschleunigt von den zentrifugalen Prozessen, die auf den Zusammenbruch des Sowjetkommunismus nach 1989 folgten. Eine überarbeitete, wenn auch grob verzerrte Ideologie der Menschenrechte, transnationaler „Progressivismus“, postnationaler Kosmopolitismus und Identitätspolitik traten in das Vakuum ein, das durch den „Bankrott des Marxismus“ hinterlassen wurde.26 Antiamerikanismus zusammen mit Anti-Globalisierung (Gefühle, die auch von vielen auf der rechten Seite geteilt werden) verschmolzen mit Antizionismus, um eine moralisch relativistische und sogar nihilistische Version von Linkssein im Westen zu erzeugen, die durch und durch feindlich gegenüber einem pragmatischen Umgang mit der Welt ist, wie sie ist. Zeitgenössischer linker Antizionismus klammert sich immer noch an die zutiefst verdorbene und terroristische Sache für Palästina, indem er sie zu einem hoch emotionalisierten Ersatz für den gescheiterten „Kampf für den Sozialismus“ umgewendet hat.27 Diese pro-palästinensische Empörung ist fast vollständig vom Klassenkampf, von sozialer Solidarität oder von jedem Großprojekt der universellen menschlichen Befreiung abgekoppelt. An deren Stelle trat eine immer geistloser und fader werdende Wiederholung von aufrührerischen und gründlich verlogenen Behauptungen über israelische „Kriegsverbrechen“, über Serien von israelischen „Menschenrechtsverletzungen“ und gefühllosen Verletzungen des Völkerrechts durch den jüdischen Staat. Als Propaganda und politische Kriegsführung hat sich dies als ziemlich effektiv erwiesen, obwohl es nichts Konstruktives für die Palästinenser erreicht hat. Das Nettoergebnis ist schlicht die Erweiterung einer ohnehin schon tiefen Kluft zwischen Israelis und Palästinensern zu einem gähnenden Abgrund des Antagonismus und des Hasses gewesen, der nicht leicht zu überwinden sein wird.

Die antizionistische Linke hat sich konsequent geweigert, sich der Realität der palästinensischen Verweigerungshaltung in ihrem dogmatischen Bild des Nahost-Konflikts zu stellen. Dies ist ein sicheres Symptom für intellektuelle Unredlichkeit. Mit seiner Weltanschauung ist der Antizionismus zum Magnet für den frei schwebenden marxistischen Schutt geworden, verstreut mit dem Wind durch den Zusammenbruch des Sowjetkommunismus im Jahr 1991. Es ist kein Zufall, dass die konfuse Ideologie der zeitgenössischen „postkolonialen“ Linken anfällig für Antisemitismus ist, da sie nicht mehr irgendeine Verankerung in den konkreten, materiellen oder geopolitischen Realitäten, der Sicherheit und den kulturellen Zusammenhängen im Nahen Osten hat. Ihre Vision des Friedens im Nahen Osten ist ausnahmslos eine „ohne Israel“, wobei sie die Gestalt der liquidationistischen Position übernimmt, für die schon lange vom Iran, der Hisbollah, dem Islamischen Jihad, von Hamas und Fatah und jetzt von ISIL Partei ergriffen wird. Daher sollte es nicht überraschen, dass so viele linke Demonstranten im Westen während des Sommers 2014 solche Begeisterung und Solidarität mit den palästinensischen Islamisten der Hamas zur Schau stellten.28Die ideologische Kluft zwischen dem Islam und dem westlichen Säkularismus, zwischen Jihad und Klassenkampf und zwischen muslimischer Frauenfeindlichkeit und westlichem Feminismus hat sich in Luft aufgelöst. Sie wurde ersetzt durch die unwiderstehliche Verführung der „revolutionären Solidarität“ gegen einen Mythos vom israelischen „Genozid“. Modische Slogans wie „Free Gaza“ gehen nahtlos in die Schreie „Allahu Akhbar“[Gott ist groß] und „Hitler hatte recht“ in den Straßen von London, Paris, Berlin, Malmö, Sydney, Boston und vielen anderen westlichen Städten über. „Tod den Juden“ ist nicht mehr eine Parole, die jenseits der Grenze liegt.

Die negative Symbolisierung Israels und der Juden in diesem erbärmlichen Diskurs ist selbstverständlich nicht auf Linke beschränkt. Falsche Analogien, irreführende Amalgame und Orwellscher Doublespeak haben schon längst intellektuelle Integrität oder ein mit Begründungen versehenes rationales Denken im antizionistischen Lager ersetzt, das ältere politische Gräben überschreitet. Das trifft auf Liberale, Konservative oder Protofaschisten wie auf die Linken zu. Die unerbittlichen Bemühungen in den letzten vierzig Jahren, den Zionismus mit Rassismus, Kolonialismus, ethnischer Säuberung, Apartheid und Nazismus gleichzusetzen, gehören in der Tat zu den mehr pathologischen Symptomen einer universellen Verschmutzung des zeitgenössischen politischen Wortschatzes. Es sind jedoch die „anti-rassistischen“ Ansprüche der anti-zionistischen Linken, die ihren spezifischen Verrat an sozialistischen Werten besonders widerlich und beschämend machen.

Aus dem Englischen von Ekkehard W. Stegemann

Erschienen in: Kirche und Israel, Neukirchener Theologische Zeitschrift

This is an unofficial translation of a [Taylor & Francis and Routledge Open article / Taylor & Francis and Routledge Open Select article] that app eared in a Taylor & Francis publication. Taylor & Francis and / or the rightsholder has not endorsed this translation.


* Online: http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/23739770.2015.1037579

[1] Robert S. Wistrich, From Ambivalence to Betrayal: The Left, the Jews, and Israel (Lincoln, 2012), 250–92.

[2] Otto Heller, Der Untergang des Judentums (Wien 1932), 173–74.

[3] Zu Marx vgl. Wistrich, op. cit., 80–88, und Paul Lawrence Rose, German Question/ Jewish Question: Revolutionary Antisemitism from Kant to Wagner (Princeton, 1990),  296–305.

[4] Vgl. Jonathan Brent und Vladimir P. Naumov, Stalin’s Last Crime: The Plot against the Jewish Doctors, 1948–1953 (New York, 2003).

[5] Rodinsons Text erschien zuerst auf Französisch in Jean-Paul Sartre’s Les Temps Modernes, kurz vor dem Sechs-Tage-Krieg. Vgl. seinIsrael: A Colonial Settler-State? (New York, 1973) für die anschließende englische Version.

[6] Vgl. Robert S. Wistrich, „The Politics of Ressentiment: Israel, Jews, and the German Media,” Acta, No. 23, The Vidal Sassoon Center for the Study of Antisemitism, The Hebrew University of Jerusalem, 2004.

[7] Robert S. Wistrich, A Lethal Obsession: Antisemitism from Antiquity to the Global Jihad (New York, 2010),  279–81.

[8] Alain Finkielkraut, Au Nom de l’Autre: Réflexions sur l’antisémitisme qui vient (Paris, 2003).

[9] Pierre-André Taguieff, La Judéophobie des Modernes (Paris, 2008),  407–24.

[10] Siehe dazu z.B. die Ansichten von Roger Garaudy ( französischer pro-islamischer Ex-Marxist) in seinem The Case of Israel: A Study of Political Zionism (London, 1983),  89–122.

[11] Jeffrey Herf, Nazi Propaganda for the Arab World (New Haven, 2009),  179–93. Vgl. auch Klaus Gensicke, The Mufti of Jerusalem and the Nazis: The Berlin Years (London, 2010).

[12] Robert S. Wistrich, Anti-Zionism as an Expression of Antisemitism in Recent Years (The Study Circle of the President of Israel, Jerusalem, 1985). Veröffentlicht auf Hebräisch und Englisch.

[13] Diese Behauptungen wurden kürzlich wiederbelebt von Shlomo Sand, The Invention of the Jewish People (London, 2009)— in seiner Pompösität und Arroganz ein charakteristisches Produkt des „post-zionistischen“ linken Flügels israelischer Hochschulen.

[14] Vgl. Gideon Shimoni, The Zionist Ideology (Hanover, 1995),  333–88.

[16] Ebd.

[17] Jeffrey Goldberg, “Fidel Castro and Israel’s Right to Exist.” Vgl. http://www.theatlantic.com /international/archive/2010/09/fidel-castro-and-Israels-right-to-exist/63369. Castro wurde gefragt „Glauben Sie, dass der Staat Israel ein Recht hat, als jüdischer Staat zu existieren?“ Er antwortete: “Si, sin ninguna duda” [„Ja, ohne jeden Zweifel“].

[18] Vgl. Jillian Becker, The PLO (London, 1984) und John Laffin, The PLO Connections (London, 1982),  85–96.

[19] Vgl. Bernard Lewis, “The Palestinians and the PLO,” Commentary (January, 1974), für den vollständigen Text der Palästinensischen Nationalcharta. Er ist auch abgedruckt von Harris Okun Schoenberg, A Mandate for Terror: The United Nations and the PLO (New York, 1989),  467–75.

[20] Vgl. Schoenberg a.a.O., 470-471. Artikel 20 erklärt die Balfour Deklaration und das Völkerbundsmandat für Palästina für null und nichtig; er besteht darauf, dass „Ansprüche der Juden auf historische und religiöse Bindungen mit Palästina stimmen nicht mit den geschichtlichen Tatsachen und dem wahren Begriff dessen, was Eigenstaatlichkeit bedeutet, überein“ – eine Position, die lange von der antizionistischen Linken geteilt wurde.

[21] Yehoshafat Harkabi, The Palestinian Covenant and Its Meaning (London, 1979).

[22] Schoenberg, a.a.O., S. 467 zu Artikel 1.

[23] Vgl. „Charter of Allah: The Platform of the Islamic Resistance Movement,“ August 18, 1988, http://www.palestinecenter.org/cpap/documents/charter.html; vgl. auch Wistrich, A Lethal Obsession, 731–62.

[24] Wistrich, A Lethal Obsession,  684–730.

[25] Vgl. Norman A. Stillman (ed.), The Jews of Arab Lands in Modern Times (New York, 1991) für eine ausführliche Dokumentation.

[26] Robert S. Wistrich, “Judeophobia and Marxism,” Commentary (December 2014), 21–25.

[27] Ebd.

[28]   http://mosaicmagazine.com /essay/2014/10/summer-in-paris/

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Ein Gedanke zu “Die antizionistische Mythologie der Linken

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